TRUE GRIT

Düsseldorf, Galerie Linn Lühn
17. Mai 2024 - 6. Juli 2024
„what is grit? I see it all over this subreddit and someone’s joked about it to me IRL. It sounds like some superpower?? Is it a code word? Does it give you invincibility at the cost of your sanity? Does it give you academic success at the cost of hygiene? I’ve tried to search it up on google but the tab always closes and a new tab pops up with garfield riding the boiler express shaking his head at me??? pls send help“
Due-Shoe5522, reddit, vor 10 Monaten

Was ist, wenn man eine Ausstellung True Grit nennt? Es setzt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff voraus und deswegen mit Motivation, Ausdauer und Entschlossenheit, der immer einen größeren Zweck bedient. Es geht nicht um Aufgaben, es geht um‘s Warum, um‘s große Ganze. True Grit vereint Arbeiten von Merlin Carpenter, Isa Genzken, Fabian Ginsberg, Hannes Heinrich, Seb Koberstädt, Klaus Merkel, Meuser, Reinhard Mucha, Gerda Scheepers, Ulrike Schulze, Mirko Tschauner und Heimo Zobernig. In dieser Fülle präsentieren sich Skulpturen, Malerei, Fotografie, Collagen und Zeichnungen.
Zum einen zeigt sich in der Ausstellung der absolut freie Umgang mit Materialien und Praxen: die Arbeiten reichen von Bier und Kakao oder Stoff auf Leinwand bis hin zu rohem Metall und prekärem Industrieschrott. Zum anderen drücken die Werke den Drang aus, mithilfe ihrer künstlerischen Mittel radikale Brüche im Betrachten herauszufordern. Komplexe Prozesse provozieren eine Loslösung von bestehenden Wirklichkeiten und Denkprozessen. Es gibt jetzt keine eingefahrenen Sichtweisen mehr, es gibt nur die Motivation, es anders zu machen.
Die Entschlossenheit des grit erscheint gerade durch die Dualitäten, die die Werke aufzeigen: es geht um Verbundenheit und Abkapselung, Vergänglichkeit und Endloses, gesellschaftspolitisches Statement und Narration. Isa Genzkens Arbeit Untitled (2016) verhandelt genau diese vielfältigen Kombinationen. In der Collage formen sich die konzeptuellen Verbindungen von Populärkultur
und persönlichen Erfahrungen aus. Die Eindrücke sind umrahmt, ihre Masse wird gehalten von einem Rokokorahmenfoto. In der Skultptur L (2020) von Ulrike Schulze treffen sich die lapidare Spanplatte und harter Stahl und bilden eine Einheit, halten sich gegenseitig und korrespondieren miteinander.
Und so offenbart sich mit dem Wort grit immer auch die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit dem Wort grid verwechselt, also mit dem Raster oder Muster. Dem, was Halt gibt, aber auch dem, das auf Brüche, auf Einrisse hinweist. Auch grid zieht sich durch alle präsentierten Arbeiten, es sind Orientierungen, sortierte Brüche; Umbrüche. Merlin Carpenters The Washington Post (2023) bespielt Leerstellen, schwarz-weiße Felder bestimmen das Offengelassene, das dazu einlädt, sich auf die Arbeiten einzulassen. Die Pixelstrukturen und sprachlichen Konzepte von Heimo Zobernig eröffnen genau diese Absichten, sich mit Realität auseinanderzusetzen, nicht mit bloßem Abbild.
Denn Realität ist immer beides: grid und grit. Man braucht das eine, um das andere umzusetzen, zu reflektieren und neu zu bespielen. Ein solches Muster schafft Orientierung, Sicherheit und Kontrolle. Gleichzeitig führt ein kleinster Bruch darin auch zu der Motivation und Entschlossenheit, Verhaltensweisen zu über- und Umgänge mit der Welt umzudenken. Und deswegen nennt man eine Ausstellung True Grit. Weil grit der Mut ist, den man aufbringen muss, um sich aus eben den vorliegenden Mustern zu lösen, die man sich selbst aufgebaut hat oder die gebaut wurden. Um die Ängste vor der Konsequenz des eigenen Handelns zu überkommen. Um eine neue Realität zu schaffen, die nicht vorhersehbar oder schlüssig ist, sondern immer unvereinbar bleibt, auch oft ein wenig unverständlich und holterdiepolter.

Marlene A. Schenk im Mai 2024

TRUE GRIT

Galerie Linn Lühn, Birkenstrasse 43 - 45, 40233 Düsseldorf

Opening Friday May 17, 7-9 pm

May 18 - July 5, 2024

TRUE GRIT



MERLIN CARPENTER
ISA GENZKEN
FABIAN GINSBERG
HANNES HEINRICH
SEB KOBERSTÄDT
KLAUS MERKEL
MEUSER
REINHARD MUCHA
GERDA SCHEEPERS
ULRIKE SCHULZE
MIRKO TSCHAUNER
HEIMO ZOBERNIG


curated by Jana Schröder and Alexander Warhus

„what is grit? I see it all over this subreddit and someone’s joked about it to me IRL. It sounds like some superpower?? Is it a code word? Does it give you invincibility at the cost of your sanity? Does it give you academic success at the cost of hygiene? I’ve tried to search it up on google but the tab always closes and a new tab pops up with garfield riding the boiler express shaking his head at me??? pls send help“
Due-Shoe5522, reddit, vor 10 Monaten


Was ist, wenn man eine Ausstellung True Grit nennt? Es setzt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff voraus und deswegen mit Motivation, Ausdauer und Entschlossenheit, der immer einen größeren Zweck bedient. Es geht nicht um Aufgaben, es geht um‘s Warum, um‘s große Ganze. True Grit vereint Arbeiten von Merlin Carpenter, Isa Genzken, Fabian Ginsberg, Hannes Heinrich, Seb Koberstädt, Klaus Merkel, Meuser, Reinhard Mucha, Gerda Scheepers, Ulrike Schulze, Mirko Tschauner und Heimo Zobernig. In dieser Fülle präsentieren sich Skulpturen, Malerei, Fotografie, Collagen und Zeichnungen.

Zum einen zeigt sich in der Ausstellung der absolut freie Umgang mit Materialien und Praxen: die Arbeiten reichen von Bier und Kakao oder Stoff auf Leinwand bis hin zu rohem Metall und prekärem Industrieschrott. Zum anderen drücken die Werke den Drang aus, mithilfe ihrer künstlerischen Mittel radikale Brüche im Betrachten herauszufordern. Komplexe Prozesse provozieren eine Loslösung von bestehenden Wirklichkeiten und Denkprozessen. Es gibt jetzt keine eingefahrenen Sichtweisen mehr, es gibt nur die Motivation, es anders zu machen.
Die Entschlossenheit des grit erscheint gerade durch die Dualitäten, die die Werke aufzeigen: es geht um Verbundenheit und Abkapselung, Vergänglichkeit und Endloses, gesellschaftspolitisches Statement und Narration. Isa Genzkens Arbeit Untitled (2016) verhandelt genau diese vielfältigen Kombinationen. In der Collage formen sich die konzeptuellen Verbindungen von Populärkultur und persönlichen Erfahrungen aus.
Die Eindrücke sind umrahmt, ihre Masse wird gehalten von einem Rokokorahmenfoto. In der Skultptur L (2020) von Ulrike Schulze treffen sich die lapidare Spanplatte und harter Stahl und bilden eine Einheit, halten sich gegenseitig und korrespondieren miteinander.
Und so offenbart sich mit dem Wort grit immer auch die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit dem Wort grid verwechselt, also mit dem Raster oder Muster. Dem, was Halt gibt, aber auch dem, das auf Brüche, auf Einrisse hinweist. Auch grid zieht sich durch alle präsentierten Arbeiten, es sind Orientierungen, sortierte Brüche; Umbrüche. Merlin Carpenters The Washington Post (2023) bespielt Leerstellen, schwarz-weiße Felder bestimmen das Offengelassene, das dazu einlädt, sich auf die Arbeiten einzulassen. Die Pixelstrukturen und sprachlichen Konzepte von Heimo Zobernig eröffnen genau diese Absichten, sich mit Realität auseinanderzusetzen, nicht mit bloßem Abbild.

Denn Realität ist immer beides: grid und grit. Man braucht das eine, um das andere umzusetzen, zu reflektieren und neu zu bespielen. Ein solches Muster schafft Orientierung, Sicherheit und Kontrolle. Gleichzeitig führt ein kleinster Bruch darin auch zu der Motivation und Entschlossenheit, Verhaltensweisen zu über- und Umgänge mit der Welt umzudenken. Und deswegen nennt man eine Ausstellung True Grit. Weil grit der Mut ist, den man aufbringen muss, um sich aus eben den vorliegenden Mustern zu lösen, die man sich selbst aufgebaut hat oder die gebaut wurden. Um die Ängste vor der Konsequenz des eigenen Handelns zu überkommen. Um eine neue Realität zu schaffen, die nicht vorhersehbar oder schlüssig ist, sondern immer unvereinbar bleibt, auch oft ein wenig unverständlich und holterdiepolter.

Marlene A. Schenk im Mai 2024

Kunst Museum Winterthur / Von Gerhard Richter bis Mary Heilmann

03. Februar bis 28. April 2024

Das Kunst Museum Winterthur verfügt über eine erstrangige Sammlung zeitgenössischer Malerei. Diese gilt es in wechselnden Ausstellungen immer wieder aus neuen Perspektiven zu befragen, sei dies in Einzelausstellungen zu herausragenden Exponenten der Malerei, sei dies in thematischen Ausstellungen, die Aspekten der Malerei gewidmet sind – zuletzt 2019 mit „Frozen Gesture. Gesten in der Malerei“.

„Von Gerhard Richter bis Mary Heilmann“ setzt bedeutende Werke der Sammlung in Dialog mit ausgewählten Leihgaben aus Privatbesitz und demonstriert den Reichtum abstrakter Malerei seit den 1980er Jahre. Damals räumte die Postmoderne endgültig mit historischen Vorstellungen künstlerischer Avantgarden auf, und öffnete insbesondere das Feld malerischer Möglichkeiten. Die Errungenschaften der historischen Avantgarde gerieten zusammen mit der gesamten Tafelbildtradition zum frei verfügbaren Formenvorrat für die Kunst und konnten kopiert, variiert oder zitiert werden.

Die auf den ersten Blick kaum eindeutig zu bestimmenden malerischen Haltungen seit den 1990er Jahren beschränkten sich nicht auf eine Revision der Moderne bzw. auf die Wiederaufnahme historischer Stile; vielmehr positionierten sie sich in einem
spannungsvollen Dazwischen. Sie verbanden die autonome Bildsprache der historischen Abstraktion mit der Figuration und damit mit der Wirklichkeit. Letztlich versöhnten sie mit diesem Ansatz die historische Avantgarde mit der Gegenwart.

Die Ausstellung entstand in engem Dialog mit privaten Sammlern und mit der Kienzle Art Foundation, die dem Museum umfangreiche Werkgruppen als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte.

Die Ausstellung wird ergänzt durch plastische Interventionen des amerikanischen Bildhauers Michael E. Smith. Kurator: Lynn Kost

Ausgestellte Künstlerinnen und Künstler:

Elizabeth Cooper
Louise Fishman
Pia Fries
Bernard Frize
Katharina Grosse
Mary Heilmann
Harriet Korman
Jonathan Lasker
Klaus Merkel
David Reed
Gerhard Richter
Christoph Rütimann
Gary Stephan
Walter Swennen
Michael Venezia
Jack Whitten


Kurator: Konrad Bitterli

Blind leading the Blind / Editionsangebot aus dem Atelier Klaus Merkel für die Finanzierung einer Monografie mit dem Autor Hans Jürgen Hafner

Klaus Merkel
23.03.23 Blind leading the Blind, original gemalte Version
30 x 24 cm
Ölfarbe auf acrylgrundierter Leinwand
2023
490.- Euro (inklusive Versand)

Diese Edition 23..03.23 # 1 - 38 - ist als Crowdfunding-Modell entwickelt - für die Finanzierung meiner Monografie, die Ende 2024 fertig gestellt sein wird.

Der Erlös aus dem Verkauf dient der Finanzierung des monografischen Buchprojekts
„Klaus Merkel - Malerei und Oeuvre. 1980 - 2023“ des Autors und Ausstellungsmachers Hans-Jürgen Hafner, das einen umfassenden Blick auf die Arbeit von Klaus Merkel von den frühen 1980er-Jahren bis heute liefern wird und auch seine künstlerische Praxis als Maler vor dem Hintergrund der künstlerischen und kunstbetrieblichen Entwicklungen der vergangenen 40 Jahre zur Darstellung bringt.

Bei Bestellung bitte ich um direkte kurze verbildliche Zusage per mail, unbedingt mit der Post/Lieferadresse der Bestellerin, des Bestellers.

Der Name der Besteller*in wird auf Wunsch neben den anderen Geldgeber*innen, im Buch aufgeführt.

Das Bild „23.03.23 Blind leading the Blind“ (mit entsprechender Werknummer) wird nach Zahlung auf unten angeführtes Konto unverzüglich auf dem versicherten Postweg an die Besteller*in professionell verpackt und mit einliegender Rechnung übersandt.

Es werden lediglich 38 limitierte Bilder zum Verkauf zum Spezialpreis á 490.- Euro angeboten und entsprechend der eingehenden Zahlungen nummeriert und verschickt.




Klaus Merkel Verwendungszweck MONOGRAFIE
IBAN: DE09 6805 2328 1000 7632 41
BIC: SOLADES1STF
Steuernummer: 07409/03415

Die Bewertung der Kunst Werke aus der Sammlung Kienzle / Katalogbuch

Kunstmuseum Reutlingen, Fabian Ginsberg und Ina Dinter / Distanz Verlag

Das Buch dokumentiert und erweitert die Ausstellung „Die Bewertung der Kunst“, die vier künstlerische Werke zusammenbringt, die in je unterschiedlicher Weise die Krise der Repräsentation reflektieren. In ihrem Vergleich entwickelt der Autor eine Geschichtlichkeit der Repräsentationskritik, die gegenüber der zentralen Ausstellung „Pictures“ im Artist‘s Space in New York 1977 Vorläufer und alternative Begriffsbildungen aufzeigt.

Werke von Jack Goldstein, Ketty La Rocca, Josef Kramhöller und Klaus Merkel stehen für verschiedene Stadien zwischen 1970 und 2000, in denen der Zusammenhang zwischen Repräsentation, Bildern und Wirklichkeit sich löst und neu verknüpft wird. Die Werke stammen aus der Kienzle Art Foundation, die sich in Ausstellungen und Publikationen seit Jahren der Neuvermessung und -bewertung kunstgeschichtlicher Theoriebildung verpflichtet fühlt. Fabian Ginsberg ist Künstler und Autor.