2015

Roy Huschenbeth: hydra

Die im Rahmen der Ausstellung hydra in der Galerie Max Mayer präsentierten und angefertigten Arbeiten, drei Großformate sowie ein Mittelformat, sind Zeugnisse solcher Verschiebungen. Es handelt sich bei allen gezeigten Werken um Modifikationen, Anpassungen, aber auch um Verschränkungen verschiedener Orts- und Zeitebenen. Sie sind Neubefragungen und Setzungen, nicht ohne auch immer die Möglichkeit des Weiteren, des Anderen in sich zu tragen… [...]

Roy Huschenbeth: hydra

The works made for and presented within the framework of the exhibition hydra at Galerie Max Mayer, three large and one middle format image, are testimonies to just such shifts. All of the works on display address issues of modification and adjustment as well as the entanglement of diverse spatiotemporal layers. They are new investigations and postulations but not without the possibility of progression, not without the possibility of carrying the other within oneself… [...]

Herbert M. Hurka: Eine Schleife mehr

Seit Kunst und technische Medien sich in diesem beschleunigten Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit verschalten, reichert die Kunst nicht nur die Inhalte der Massenmedien an, sondern erweitert auch bereits vorhandenen Medienrepertoires um kunstspezifische Formate wie den white cube als Ausstellungsarchitektur, fototechnische Reproduktionsverfahren, digitale Manipulationen und nicht zuletzt die Printmedien, in denen Bild und Schrift zu einem emergenten Korpus verschmelzen. Klaus Merkels „hornbook“ könnte diese Reihe um ein originäres Medium ergänzen, wäre es als Format übertragbar. Dass dem nicht so ist, ja, nicht so sein kann, liegt an dem höchst speziellen malerischen Werk, das sich hier in Buchform übersetzt. [...]

2014

Nicolás Guagnini: Master Slave System (afterglow)

Merkel works in sets, groups and series that interlock in an overarching project, introducing extended time in an open-ended project composed of sub-series. The basic structure is diagrammatic. The composition of each individual painting is a catalogue of frames and gestures that refers to the catalogue at large. Conversely, the relationship between formats and individual paintings is analogical to the internal composition of each. This mode of production is potentially infinite but by no means indeterminate. Ultimately, the terms “catalogue” and “series” collapse into a perpetual feedback loop, cataloguing itself without closure. This stages a specific resistance to highly convincing endgame scenarios, to the mandate to produce “the last painting.” [...]

2013

Klaus Merkel: Negating the Negation of Art: Violation in the Late Work of Ad Reinhardt and its Significance for Painting Taday

For example, when the “original” of the painting mutates into other paintings, the value of originality is attacked. What remains are “devalued” paintings that characterize their own currency. Pictures are in this way primarily relevant in their use in the work, not in the art business.The status of the picture must be questioned operatively, that is, with painterly means, if the picture, painting, and context are to be negotiated anew. [...]

Klaus Merkel: Negating the Negation of Art: Bildbrechungen im späten Werk von Ad Reinhardt und deren Bedeutung für die Malerei heute

Wenn etwa das „Original“ des Bildes in andere Bilder mutiert, ist der Originalitätswert angegriffen. Es bleiben „abgewertete“ Bilder, die eine eigene Währung charakterisieren. Bilder sind so vor allem in der Werkverwendung relevant, nicht im Geschäft. Der Status des Bildes muss operativ, d.h. mit Mitteln der Malerei, ständig befragt werden, wenn Bild, Malerei und Kontext neu verhandelt sein wollen. [...]

2009

Hans-Joachim Müller: Schärfe und Unschärfe

Klaus Merkel zieht einen schnell in die Diskussion. Er mag es, wenn Bilder ins Gerede kommen, wenn die Sprache um sie kreist und ihnen bei jeder Runde näher kommt und sich wieder ein Stück weit von ihnen entfernt, bis der Blick auf sie scharf und schärfer geworden ist. Dass es etwas zu verstehen geben müsste an der Kunst, davon war der Künstler von Anfang an überzeugt. [...]

Hanne Loreck: Display

Klaus Merkel’s displays in and for painting, indeed even as painting, are backed up by a cache of functions, technologies, experiences and knowledge about painting and in dealing with painting. [...]

2008

Hans-Jürgen Hafner: Klaus Merkel

Im Medium Malerei Bilder herzustellen, damit zugleich aber die Voraussetzungen zu analysieren, warum diese Bilder bedeutsam und Gemälde als Kunst relevant werden können, diese Spannung bestimmt das Werk von Klaus Merkel. Seit Mitte der 1980er Jahre rüstet er konsequent sein malerisches Oeuvre als diskursiven Raum aus, wo Einzelbilder, Serien und Werkkomplexe stringent aufeinander verweisen, wo jedes Bild seinen Kontext und die Konventionen, denen es entspringt, genauso zeigt, wie es sein spezifisches Sosein als Gemälde begründet. [...]

2003

Hans-Jürgen Hafner: Zu Klaus Merkel. Kulissen schieben zwischen Grund, Rahmen, Publikum

Malerei steht wieder im Ring. Die Erinnerung an ihre periodisch wiederkehrenden Niederlagen verblasst unter vielfach aufgestempelten Empfangsbestätigungen. In den euphorischen Sounds der Willkommenshallos scheinen ihre Sprachfähigkeit, die mühsam in vielen Kämpfen erworbenen Strategien ihrer Spezifik unterzugehen. [...]

Hans-Jürgen Hafner: On Klaus Merkel. Shifting scenes. Between Ground, Frame, Audience

Painting is back in the ring. Memories of its periodically recurring defeats pale in the face of manifold confirmations of reception. Its ability to speak and the strategies of its specificity, won through painstaking fights, seem to be perishing among the euphoric sounds of welcome. [...]

1999

Hanne Loreck: Die Natur der Malerei. Ein Fall von Perversion

Klaus Merkel sieht ein Gemälde als ein Puzzleteil im Rahmen von Kunst, die wie ein Apparat aus verschiedenen Teilen besteht. In diesem Gerät ist nicht mehr klar – so zumindest eine der möglichen Diskussionsansätze von abstrakter Malerei seit Mitte der achtziger Jahre –, was das Anfangs- und was das Endprodukt ist. [...]

1998

Stephan Berg: Dazwischen

Die Aufgabe der Malerei beginnt für Klaus Merkel da, wo andere ihr Ende vermuten: In der Gewissheit, dass jedes Bild Elemente anderer Bilder aus der Geschichte der Malerei enthält, und so als Container für das kollektive Gedächtnis unserer Maltradition funktioniert. Im strikten Gegensatz zur Postmoderne benutzt Merkel diese Erkenntnis aber nicht, um damit zitatenseelig die beliebige Verfügbarkeit des historischen Materials zu illustrieren, sondern zur Etablierung eines Codes, in dem die Bedingungen von Malerei als visueller Text lesbar und begreifbar werden. [...]

1997

Herbert M. Hurka: Pikturale Netze – Selbststeuerung und Emergenz im Werk von Klaus Merkel

Das Werk von Klaus Merkel repräsentiert ein Modell für visuelles Denken. Statt Bild an Bild zu reihen, arbeitet Merkel an einem Malsystem, dessen Bewegungsgesetze visuelles Denken sind. [...]

1996

Klaus Merkel: Madrid Statement

Die ‘Katalogbilder‘ sind der Text zu meinem malerischen Konzept. Sie wiederholen einerseits die Funktion von Ausstellung, des Katalogs und eines konzeptuellen Schemas; sie verweisen andrerseits auf die Utopie einer kompletten Sammlung und auf die Konstruktion der künstlerischen Biographie. Sie stellen ein eigenes Glossar dar, eine Konkordanz, die in der Lage ist, jede buchstäbliche Reflexion, das heisst: eine Reflexion, die Bilder mit Worten zu erklären sucht, zu untergraben. Die ‘Katalogbilder‘ selbst sind der Kommentar zu den ‘Originalen‘, die nun im Gegenzug enthüllt werden und als Akteure in einem Stück, als entwertete Währung, als Spielkarten oder als Text verstanden werden können. [...]

Klaus Merkel: Madrid Statement

The ‘catalogpaintings’ are the test of the demonstrability of my concept as painting. They recapitulate the functions of an exhibition, of a catalogue and of a conceptual scheme, they are a biography in form of a utopian representation of a ‘complete collection’.They represent a glossary, a concordance which thwart any attempt at literary reflection. They themselves are the commentary on the paintings which, in turn, are revealed as nothing but actors in a play, as playing cards, as devalued currency or as text. [...]

1994

Markus Brüderlin: Das Wiederschreiben von Malerei oder der gemalte Diskurs

Klaus Merkels malerische Konzeption, die auf den ersten Blick sich auf die reine Sinnlichkeit einer kulinarischen Malerei zu konzentrieren scheint, verarbeitet den kontextuellen Aspekt abstrakter Malerei. Als Mittel dafür entwickelte der Künstler seit Beginn der achtziger Jahre eine eigenwillige Form der Ensemblehängung, bei der die Einzelbilder zugleich als autonome Tafeln wie auch als Teil einer im Dekorganzen aufgehenden, übergreifenden Syntax zu lesen sind. [...]

Rudolf Bumiller: I-IV

The “catalogue-paintings (Katalogbilder)” by Klaus Merkel are models. [...]

1993

Doreet Levitte-Harten: wordperfect

There is an intriguing phenomenon in Klaus Merkel’s works of art. Those works which he painted already are being painted again, this time in a miniature scale, many on one big canvas. It is as if Merkel superimposes a memory scale, a concentrated information which wants to investigate the relation between the primary pictures and their remembered effect. In this way he builds a glossary, a concordance whose relation with the original, works undermines any attempt at literal reflection ‑ that is of reflection that uses words to explain pictures ‑ with ironic patina. [...]

Rudolf Bumiller: I – IV

Die Katalogbilder von Klaus Merkel sind Modelle. [...]

Doreet Levitte-Harten: wordperfect

Es gibt ein fesselndes Phänomen in Klaus Merkels Kunstwerken. Dieselben Bilder, die er bereits gemalt hat, werden erneut gemalt, diesmal aber in einem Miniaturmassstab, viele Bilder auf einer Leinwand, so als schaffe er sich eine Erinnerungsskala, eine konzentrierte Information, die das Verhältnis zwischen den primären Bildern und ihres Erinnerungswertes untersucht. Mit dieser Methode erstellt er ein Glossar, eine Konkordanz, deren Beziehung zu den originalen Werken jeden Versuch einer buchstäblichen Reflexion, also einer Reflexion, die Bilder mit Worten erklären will, untergräbt und mit einer ironischen Patina überzieht. [...]